Mein Panamá  -  Links, Tips, Berichte

Wer ist Ramiro Arena?
Teil 1: Die Panama-Connection des Herrn "Ramiro Arena"
Teil 2: Von der Marbella-Connection zur Panama-Connection

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Um dem verehrten Leser den Zeitbezug des folgenden Artikels verständlich zu machen, weise ich darauf hin, dass er im Original Anfang Oktober 2010 entstand. Auf diese Zeit bezieht sich die "Gegenwart" des Artikels. Inzwischen ist einige Zeit vergangen und über Herrn "Ramiro" gab es neues zu berichten. Dieser Artikel wurde leicht angepasst, aber die Zeitform blieb erhalten. Lesen Sie anschliessend den zweiten Teil.

 
Vor einiger Zeit erhielt ich über ein deutsches Diskussionsforum die Anfrage eines Forumsmitgliedes mit der Bitte um Beurteilung eines Investitionsprojekts in Panama. Ein gewisser Ramiro Arena hatte auf einer seiner eher laienhaft zuechtgebastelten Google-Webseiten den Verkauf von anscheinend billigen Häusern in einer Siedlung mit dem angeblichen Namen "San Paulo" angeboten. 

Das klang schon einmal etwas seltsam, denn "Paulo" ist nicht spanisch, so eine Siedlung würde hier "San Pablo" heißen. Diesen Ortsnamen gibt es hier häufig, aber leider teilte Herr "Ramiro" auf seiner Webseite an keiner Stelle mit, in oder bei welchem Ort diese Siedlung steht. 
Warum? Vielleicht, damit man nicht so einfach hinfahren und sich den Ort genauer anschauen kann? Vielleicht damit man seine Angaben nicht so ohne weiteres nachprüfen kann?

       

Denn eine Ortsbesichtigung hätte sicher mit noch mehr Details das ergeben, was ein einigermaßen sachkundiger Betrachter schon aus den Fotos entnehmen konnte: Miserable Bauqualität in einer öden Massen-Siedlung ohne jegliche Atmosphäre. Ganz gewiss nicht das, wofür jemand in Deutschland seine Existenz aufgeben würde, der sich ein Leben in einem "Tropenparadies" erhofft. 
Aber abgesehen von dem trostlosen Anblick der Siedlung, die möglicherweise für arme panamaische Bevölkerungsschichten gebaut wurde, vielleicht aber mit noch ganz anderen spekulativen Absichten, ist der bauliche Zustand der bereits angefangen Bauten erbärmlich. Da nützt es auch nichts, wenn Herr "Ramiro" das schön reden will mit Sätzen wie:
"Es handelt sich um eine Urbanisation von gehobenem Niveau."
"Das ist gute, saubere und solide handwerkliche Bauarbeit und steht in nichts der europäischen Baukunst nach. Das gilt auch für den gesamten Putz und den Innenaausbau
Die dazu gehörigen Fotos sprechen eine ganz andere Sprache:

    

Abgesehen davon, daß man " saubere und solide handwerkliche Bauarbeit", die " der europäischen Baukunst" " in nichts nachsteht" in Panama schon sehr suchen muss und ganz gewiss nicht in solch einer Massensiedlung findet, genügt ein Blick auf die Fotos, um zu sehen, daß wir bei diesen Bauten davon meilenweit entfernt sind. Die Wände sind offenbar nur 10 cm stark und scheinen aus verputzten Schaumstoffplatten zu bestehen (man kann im oberen Teil noch unverputzte Platten mit dem charakteristischen Drahtgitter erkennen), allem Anschein nach gilt dies auch für die Aussenwände. Wärme- und vor allem Schallisolierung, in " der europäischen Baukunst" eine Grundbedingung, kann man hier weitgehend vergessen. Der Zementputz (hier wird kein Kalkmörtel verwendet, wie in Deutschland üblich) fällt teilweise bereits herunter, wie man gut erkennen kann. 
Vielleicht hätte Herr "Ramiro" doch lieber keine Detailfotos zeigen sollen?

Er behauptet, er habe eines dieser Häuser selbst gekauft "weil man so günstig nie mehr an ein solches Schnäppchen kommt und werde dort bald, wie angekündigt, einziehen." Darunter heißt es:
"Die 17 übrigen Bungalows habe ich reservieren lassen, aber das funktiniert natürlich nur, wenn einige Kurzentschlossene vorpreschen, damit die Reservierung nicht zur Luftblase wird, oder ein Investor kauf mehrere Häuser auf, um sie dann zu vermieten für 180€ monatlich."

Ganz offenbar hat er die Intelligenz der europäischen Auswander-Interessenten und Investoren unterschätzt. Auf der Webseite prangt nun ein Schriftbalken "Aktion beendet wegen mangelnder Nachfrage". Die Luftblase, die Herr "Ramiro" hier etwas dilettantisch aufgeblasen hat, ist bereits geplatzt. Hoffentlich fühlt er sich nicht einsam in dem Haus, in das er einziehen wollte.

Abgesehen von den vorgenannten Falschbehauptungen, findet man in dieser und anderen Webseiten weitere falsche Aussagen. So stellt er z.B. den Abstand von 3 m zwischen den Häusern und 5 m bis zum Bürgersteig als freie Entscheidung für mehr Abstand dar, denn "sie können alles auf ihrem Grundstück zubauen, bis 100% also".
Das stimmt aber nicht, denn die Baubehörden fordern Mindestabstände der Bauten zu den Grundstücksgrenzen und zwar eben 1,5m seitlich und 2,5 bis 5 m nach vorne bezw. hinten. In der Tat wäre es schlimm, wenn man Grundstücke 100% vollbauen könnte und die Nachbarn einem so das Fensterlicht nehmen könnten. Dass in der Vergangenheit diese Vorschriften teils noch nicht existierten und teils auch mißachtet wurden, heißt keineswegs, daß man das weiterhin tun darf. Ist das nun Unkenntnis, Dummheit oder was?

"Wer auf einem Grundstück bauen will, bekommt immer eine Genehmigung. Dazu genügt ein Plan (eine Skizze ist es meisten nur), dieser Plan wird dem Ayuntamiento (Bürgermeisteramt) vorlegt, man bekommt einen Stempel, zahlt eine geringe Gebühr - ja: das war's. 
Dann kann man bauen, auf genaue Einhaltung der Skizze (Plan) achtet man nicht. Das gleiche gilt, wenn man anbauen (erweitern) will, neue Skizze vorlegen, oder ohne Slizze bauen, dann zahlt man eine Strafe (wenn e auffällt). Man kann grundsätzlich seine Fläche zu 100% bebauen ("auf meinen Grundstück kann ich machen, was ich will", in der Regel wird eingeschossig gebaut, bei mehrgeschossigen Bauten ist in ein Architektenplan erforderlich. Statische Voraussetzungen werden bei eingeschossigen Bauten nicht gefragt. 
Nun, das wären also die Grundlagen für Bauen
."

So einfach ist das in Panama? Seltsam nur, daß ich niemanden kenne, der so hat bauen können, mich selbst eingeschlossen. Ja, früher mag das so gewesen sein und so mancher ärmere Panamaer hat sein Haus sicher auch ohne Bauingenieur und sogar ohne Baugenehmigung gebaut und es ist nichts weiter passiert. 
Aber einem ausländischen Investor oder Einwanderer zu erzählen, dass das generell so läuft und rechtens ist, geht dann doch zu weit. Die Pläne müssen von einem Bauingenieur oder Architekten abgezeichnet sein und im Bauantrag muß der Name eines zugelassenen Bauunternehmers bezw. Bauleiters angegeben werden. Wer diese Lizenz nicht hat, darf nicht bauen. Für die Wasser- und Stromversorgung muß jeweils ein zugelassener Handwerker verantwortlich zeichnen und insbesondere die elektrische Anlage wird von der zuständigen Behörde abgenommen (meist eine Abteilung der  Feuerwehr). Die Gesundheitsbehörde muß ihr Plazet für die Abwasserbeseitigung geben und ohne all diese Bescheinigungen gibt es es keine Nutzungsgenehmigung für das fertige Haus. Und das ist auch gut so, obwohl selbst das den weit verbreiteten Pfusch nicht völlig verhindert.
Und natürlich kann man das vorhandene Grundstück nicht zu 100% voll bauen (s.o.). Ich schließe nicht aus, dass diese Vorschriften nicht immer vollständig eingehalten werden, dass mancher Panamaer durch Beziehungen oder Bestechung um manche Auflagen herum gekommen ist. Aber dies ist nicht die Gesetzeslage und keinem Nicht-Panamaer ist zu empfehlen, sich auf derartige krumme Dinge einzulassen. So etwas als "normal" darzustellen, zeigt entweder fehlende Sachkenntnis oder ist schlicht irreführend und betrügerisch. Da Herr Ramiro ständig auf seine gute Kenntnis der hiesigen Verhältnisse hinweist, sollte man fehlende Kenntnis eigentlich ausschließen.

In welcher Funktion tritt dieser Herr hier überhaupt auf? Offenbar verkauft er nicht eigene Immobilien, sondern vermittelt den Kauf nur. M.a.W. er agiert hier als Immobilienmakler, wofür er eine Lizenz benötigen würde. Hat er diese? Es scheint nicht so zu sein, denn er weist an keiner Stelle darauf hin. Ein lizensierter Immobilienmakler, der auf den Erhalt seiner Lizenz bedacht ist, würde die zuvor erwähnten Angaben vermutlich auch kaum machen.

Nachdem bei uns also hier bereits ernstliche Zweifel an der Seriosität dieses Herrn aufkamen (um es sehr freundlich auszudrücken), habe ich mir auch seine anderen Webseiten angesehen und ähnliche Muster wiedergefunden.

Unter Überschrift " Was raten Sie mir, Ramiro" schreibt er:
 
"Ich arbeite auf Wunsch genaue Existenzgründungspläne und Umsiedlungen aus. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, ich bin da ein Perfektionist und mache es mir nicht leicht, denn jeder hat seine eigenen Probleme und Vorstellungen, das kann man auch nirgendwo pauschal in Internet setzen (niemand will persönliche Dinge veröffentlichen). Dafür nehme ich dann sieben Euro pro Stunde, rege Korrespondenz, zeitlich unbegrenzt, bis 3 Monate, praktisch als Abonement, kostet 165€, Sie sehen, ich will nicht damit verdienen, aber wenigstens eine kleine Anerkennung.
Erstauskünfte sind jedoch vollkommen kostenlos, wenn es sich um grundlegende Fragen handelt. Bedenken Sie aber, die Verhältnisse in Europa, wie Sie sie kennen, sind nicht einfach auf Panama übertragbar. Insbesondere die deutschen Vorschriften, Bevormundungen und Gängelungen, Genehmigungsverfahren oder steuerliche Aspekte, gibt es alles hier in Panama nicht
."

Was diese "genauen Existenzgründungspläne" wert sind, kann man schon daran erkennen, dass es angeblich in Panama keine "Genehmigungsverfahren oder steuerliche Aspekte" gibt. An diesem Punkt kann man wohl schon nicht mehr nur von Unkenntnis sprechen, sondern muß dies als bewußte Lüge ansehen. 
Ich will hier nicht auf Details eigehen (diese sind an anderer Stelle auf meinen Webseiten erwähnt oder verlinkt), aber es trifft einfach nicht zu, daß ein Ausländer so ohne weiteres, ohne "Genehmigungsverfahren oder steuerliche Aspekte" arbeiten darf. Es gibt eine ganze Reihe Einschränkungen und teilweise recht schwer zu erfüllende Bedingungen und die angeblich nicht existierenden Genehmigungsverfahren können u.U. recht aufwändig sein.
Herr Ramiro wendet sich offenbar an Leute mit wenig Sachwissen und wenig Welterfahrung, um ihnen die letzten Euro aus der Tasche zu ziehen, wie man an den beiden von ihm erfundenen Beispielen auf der gleichen Seite erkennen kann.

"Beruf: Bauarbeiter / Lebe von gelegentlichen Aushilfen bei Freunden und Bekannten (Schwarzarbeit) / Kredit? könnte 4000 € bekommen für 4 Jahre / Eigenkapital? Wenn ich alles verramsche könnten maximal 2500€ rauskommen, minimal 1500€."
Herr Ramiro behauptet, dass man damit eine eigene Existenz gründen könne. Nun, wer so dumm ist, dies zu glauben, wird schnell vor dem Nichts stehen. 
Wer gibt einem Schwarzarbeiter 4000 € Kredit für eine angebliche Existenzgründung im Ausland?
Allein der Flug und die Unterkunft der ersten Tage würde das Eigenkapital zum großen Teil verschlingen. Um einen Betrieb zu gründen, braucht es aber ebenfalls eine Menge Geld. Die vermutlich billigste Lösung ist die Gründung einer Gesellschaft, aber allein das kostet mindestens 1000 USD.
Womit bezahlt er Wohnung, Möbel und Essen bis neues Geld hereinkommt? 
Und wo fängt der deutsche Gelegenheits-/Schwarzarbeiter, vermutlich ohne Spanisch- und fast ohne Englischkenntnisse, an zu arbeiten? Mit welchen Werkzeugen? Sorgt Herr "Ramiro" für all dies kostenlos?
Weiß der "gelegentliche Aushilfsarbeiter", dass ein Maurer hier nicht mehr als 20 USD am Tag verdient (das hat er in Deutschland pro Stunde!)? 
Weiß er, dass er selbst mit der teuer bezahlten Gesellschaft ohne Arbeitsgenehmigung nicht selbst auf dem Bau schaffen darf, sondern dass diese ihm nur die Möglichkeit gibt, hiesige Bauarbeiter zu beschäftigen? 
Weiß er, dass er mit dem Touristenvisum, mit dem er ankommt, nicht arbeiten darf?
Weiß er, dass er als Bauunternehmer eine Lizenz braucht? Weiß er wie und ob er überhaupt als Ausländer eine solche Lizenz erhält und was das kostet?

Das andere fiktive Beispiel ("Beruf: Verkäuferin, arbeitslos / Familienstand: geschieden, Tochter 10 Jahre / Finanzielle Lage: Lebe von gelegentlichen Aushilfe in zwei Imbissstuben, Monatseinkommen ca. 1000 Euro, / Gespart: praktisch nichts, lebe von der Hand in den Mund") ist noch eine Nummer schlimmer. Herr "Ramiro" empfiehlt, einen Hähnchengrill-Imbiß oder Pizza-Bringdienst zu gründen. Die Probleme sind die gleichen wie zuvor, nur dass diesmal noch ein Kind mit ins Unglück gezogen würde. Bloß gut, dass diese Beispiele frei erfunden sind. Was aber, wenn das jemand ernst nimmt und sich auf diesen Unsinn einläßt?

Man kann nur hoffen, dass niemand so dumm ist, diese Märchen zu glauben.
Leider wendet "Ramiro" sich offenbar in erster Linie an Leute, die nicht den Wissensstand und die Erfahrung haben, um seine haltlosen Behauptungen überprüfen oder sinnvoll einordnen zu können. Was weiß denn eine "arbeitslose" Schwarzarbeiterin in Imbißstuben vom Leben in Panama? Nach dem gewählten Beispiel zu urteilen, zielt Herr "Ramiro" scheinbar auf Leute mit sozialen Problemen oder dem Hang zu illegalem (u.a. Schwarzarbeit) ab, die lassen sich vielleicht leichter auf krumme Sachen ein und haben dann hinterher weniger Chancen, rechtlich gegen ihn vorzugehen.

Eine andere Zielgruppe scheinen Kleinrentner zu sein. So wirbt er unter "300 € mehr Rente?" für ein "Investitionsmodell", bei dem der Investor durch den "Kauf von 4 Kleintransporter" (ach, der Akkusativ!) für nur 7.800 Euro 4 Existenzgründungen bewirken und sich dadurch eine "Zusatz-Rente mtl. 325 €" sichern solle. Natürlich würde die Investition über Herrn "Ramiro" laufen, dem Sie ihr Erspartes unbesorgt anvertrauen dürfen. 

Mir ist neu, dass man in Panama einen Kleintransporter (selbst einen einer obskuren chinesischen Marke) für nur rd. 2.500 USD kaufen kann. Fällt so ein Ding gleich nach dem Kauf auseinander, oder erst nach der dritten Fahrt? Gibt es Ersatzteile, Garantie? Welcher Panamaer nimmt ernstlich einen Kredit auf, um sich so etwas zu kaufen? Und wenn das Trabikel dann nicht mehr läuft, wie sieht es mit der Rückzahlung der Raten aus? Alles unter der Voraussetzung, dass das nach Panama geschickte Geld überhaupt in dieser Weise verwendet wird.

Eine andere "Investmentaktion", der Kauf eines  Faden-Rasenmähers zur "Existenzgründung", wurde inzwischen ebenfalls eingestellt, diesmal wegen "Überlastung" des guten Herrn Ramiro. Oder vielleicht doch auch, weil keiner darauf einstieg? Immerhin schrieb er dazu:
"Mir schickten immer mehr Menschen im Rahmen der so ganz zufällig entstandenen „Partnerschaft für eine neue Existenz“ 240 Dollar und ein Tag später ist schon wieder eine neue Existenz entstanden. Zurückgezahlt wird nach meinem Modell mit 30 Dollar im Monat, nach einem Jahr gehört dem neuen Kleinunternehmer die Maschine. Und: Auch Sie als Investor machen einen guten Gewinn. Alle sind zufrieden."
Ich bin sehr neugierig, wie oft Herr Ramiro 240 Dollar erhalten hat, wieviele Existenzgründungen er damit tatsächlich finanziert hat und wieviele dieser Kleininvestoren tatsächlich ihr Geld und den versprochenen Gewinn zurück erhalten haben.

Seine neueste Geschäftsidee ist seine "Aktion: Licht für die Ärmsten der Armen". In einem lang gewundenen Artikel entwickelt er den Vorschlag, für arme Panamaer, die kein Geld für Strom im Hause haben, eine Solaranlage zu kaufen. Er appelliert dabei "dingend (sic!) an mitmenschliches Verhalten, an Mitverantwortung für ein menschenwürdiges Leben auch anderer Mitmenschen." Das Ganze ließ bei mir sofort mehrere Warnlampen aufblinken.
Zum einen hat Herr "Ramiro" mit seinen anderen, z.T. hier bereits besprochenen Aktionen nicht das Bild eines seriösen und uneigennützig wohltätigen Menschen bei mir erzeugt. In solch einem Falle provoziert der Druck auf die Tränendrüsen sofort die Frage, wieviel von dem eventuell eingesammelten Geld wohl zweckentsprechend verwendet wird. Wer kontrolliert das? Sollen wir den Worten eines unbekannten Gschaftlhubers glauben und einfach Geld schicken? Herr Ramiro verschickte sogar "Spendenformblätter", die jedoch ebenso unglaubwürdig sind und natürlich nur mit seinem falschen Namen ohne Adresse oder Telefonnummer gezeichnet sind.

Es gibt massenhaft falsche "Wohltätigkeitsvereine", die das Mitgefühl und die Gutherzigkeit ihrer Mitmenschen schamlos ausbeuten, um sich das gespendete Geld in die eigene Tasche zu stecken. Das gilt selbst für Deutschland und erst recht für Länder wie Panama. Kann jemand so dumm sein, einem unbekannten Herrn "Ramiro Arena" aus Panama, ohne Adresse und Telefonnummer, einfach Geld für angebliches Spenden für die Armen zu schicken?

Zum zweiten ist die technische Grundlage des Projekts recht fragwürdig. Ich will hier gar nicht über die laienhaft falsche Verwechslung der Begriffe Watt und Wattstunde in seiner pdf-Anlage zu dem Projekt diskutieren. Im Gegensatz zu dem von ihm gezeigten Beispiel von der Elfenbeinküste hat Panama viele Tage, an denen der Himmel wolkenverhangen ist und es mehrere Stunden lang regnet. Dass Panama "täglich 8 (Sonnen-)Stunden an mindestens 6 von 7 Tagen" habe ist einfach nicht wahr. Die monatliche Sonneneinstrahlung (brillo solar) beträgt im Jahresmittel z.B. in Panama City 148,3 Stunden und an der Karibikküste teilweise nur 105 Stunden. Das macht bei 30 Tagen im Monat ca. 3,5 bis 4,9 Sonnenstunden. Im Rest der Zeit ist der Himmel entweder wolkenverhangen, es regnet oder ist Nacht. Wie auch in anderen Fällen arbeitet Herr "Ramiro" auch hier mit frei erfundenen oder gefälschten Zahlen und Informationen.

Zum dritten wäre die soziale Wirkung des Projekts, so die Anlagen denn tatsächlich gekauft und kostenlos verteilt würden, ebenfalls fragwürdig. Nach all meiner Erfahrung würde ein großer Teil dieser Anlagen binnen Kürze zu einem Bruchteil ihres Wertes auf dem nächsten Wochenmarkt oder an wohlhabendere Freunde für bares verscherbelt werden. Denn die Ärmsten der Armen haben in der Regel sehr viel größere Probleme als fehlendes Licht in der Nacht. Meist fehlt es ihnen an Geld zum leben und so verkaufen sie, was sie nicht unbedingt dafür brauchen.
Aber nach dem zuvor angeführten vermute ich, dass es so weit erst gar nicht kommen wird.

Meine Empfehlung, wenn Sie tatsächlich ein Herz für Arme haben, spenden Sie an "Ärzte ohne Grenzen" oder ähnliche Vereinigungen, die bereits bewiesen haben, dass sie es ernst meinen und ernst zu nehmen sind.

Der gute Herr "Ramiro" bietet aber auch verzinsliche Einlagen zu äußerst interessanten Zinssätzen an, angeblich als Privatfond "Hilfe zur Selbsthilfe".  Zinssätze von 12-15, ja sogar 20% p.a. sind doch verlockend, oder? 
Allerdings nur, wenn die Einlage und die Zinsen tatsächlich ausgezahlt werden. 
Aber was macht der deutsche Rentner, der so seine Rente aufbessern will, ein paar tausend Euro seines Ersparten an einen gewissen Herrn Ramiro irgendwo in Panama (wo war doch das gleich?) überweist und dann irgendwann nichts mehr aus Panama hört? 
An wen wendet er sich? Die deutsche Staatsanwaltschaft kann da nicht viel machen, die Botschaft ist auch nicht zuständig. 
Wer ist überhaupt dieser Herr Ramiro? Wird sich irgendjemand in Panama für die zivilrechtliche Auseinandersetzung zwischen zwei unbedeutenden Ausländern interessieren, von denen einer vielleicht gar nicht so heißt, wie er behauptet und der andere auf der anderen Seite des Ozeans lebt und möglicherweise nicht spanisch spricht? 
Na vielleicht findet sich ja ein panamaischer Anwalt, der für gutes Honorar die Angelegenheit solange betreibt, bis der "Investor" die Geduld verliert und kein weiteres Geld mehr schickt. Die Chancen sind in einem solchen Fall nicht schlecht, daß der "Investor" seinen Verlust verdoppelt.

Es gibt ein altes Sprichwort, das besonders für Geldanlagen gilt: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es auch meist nicht wahr. 
Haben Sie einmal überlegt, wie und wo man 20% Zinsen pro Jahr für 5000 Euro bekommt, ausser bei Herrn "Ramiro"? Irgendwo muß er das Geld ja auch anlegen, und die Kreditzinsen in Panama liegen nur bei rd. 7%. Wenn eine solche Verzinsung in Panama möglich wäre, weshalb leiht sich Herr Ramiro nicht einfach das Geld bei einer Bank und steckt die satte Differenz von 14% selbst ein? 
Solche Zinshöhen sollten alle Warnlampen zu Glühen bringen, insbesondere, wenn das Angebot aus einem fernen Land kommt, der Anbieter nicht persönlich bekannt und juristisch nur schwer oder gar nicht fassbar ist. Falls es sich nicht um schlichten Betrug handelt (d.h. kein Investor sieht je einen Cent wieder, weder die Einlage noch die Zinsen), kommt noch das sog. "Ponzi-Schema" oder Schneeballsystem als (be)denkenswertes Modell in Frage. 
Mr. Madoff läßt schön grüßen.
Der Bericht eines Geschädigten solcher Betrügereien ist hier zu finden. Schockierend an diesem Bericht ist auch die unglaubliche Naivität mancher Leute, die den Betrügern erst den Erfolg ermöglicht.

Außer der hier bereits zitierten Webseite betreibt Herr "Ramiro" auch noch diese: 
http://www.tropicana-club.de.tl/Immobilienschn.ae.pchen-Panama.htm 
Hier unterzeichnet noch sein angeblicher Partner, ein angeblicher Ludwig Gassner. An anderer Stelle ist noch von einem Partner namens "Norberto" oder "Norbert" die Rede. Diese Namen sollte man sich einprägen und besonders aufmerksam sein, wenn sie irgendwelche Angebote machen oder um Spenden bitten.

Dieser Blog
http://ramiroarena.blogspot.com/ 
und auch dieser gehört Herrn "Ramiro":
http://ramis-panama-woreld.blogspot.com
Hier findet man neben der lobhudelnden Selbstbeweihräucherung in sogenannten Leserbriefen und seinen "Geschäftsvorschlägen" auch viel Unsinn, wie z.B. die Behauptung man könne durch eine bezahlte "Formheirat", nach der man sich umgehend wieder scheiden läßt, "formell den Residenz-Status erlangen". Das ist nicht nur grober Unsinn, sondern auch eine (strafbare) Aufforderung zu illegalen Handlungen. Wer so etwas tatsächlich macht, ist leicht erpressbar weil er beim Aufkommen der Geschichte umgehend seine Aufenthaltsgenehmigung verliert und entschädigungslos ausgewiesen werden kann. Das kann in jeder Beziehung extrem teuer werden. Was, wenn die gekaufte "Braut" ihren "Bräutigam" abzockt und ausnimmt wie eine Weihnachtsgans? Wehren kann der sich nicht dagegen, sonst ist er ganz schnell seine Aufenthaltsgenehmigung los und (wahrscheinlich um einiges ärmer) wieder in Deutschland. 
Aber vielleicht wird ja die "Formheirat" dann doch noch zu einer Liebes-Ehe, das wäre doch tröstlich.

Daneben findet man auch Falschinformationen wie die, dass "jeder Buerger ueber 70 Jahre eine monatliche Rente seit dem 1. Juli von 100$ erhaelt" oder dass in Boquete oder Valle de Antón alles doppelt so teuer sei wie im Rest des Landes. Solcher und ähnlicher Unsinn zieht sich durch den ganzen Blog.

U.a. kommentiert "Ramiro" auch in anderen Blogs unter Pseudonymen wie "Altmann ", um Werbung für seine eigenen Abzock-Blogs zu machen und sich selbst zu loben. Anschließend bedankt er sich dann unter "eigenem" Namen "für die Blumen". Haha.


Die eingangs gestellte Frage "Wer ist Ramiro Arena?" ist inzwischen, teilweise durch ihn selbst, beantwortet worden.


Lesen Sie hier die Fortsetzung